Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement

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Der Ausbildungsberuf Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement schafft eine gemeinsame Ausbildungsgrundlage für Industrie, Handel, Dienstleistung und Handwerk. Neben der allgemeinen Ausbildung wählen die Auszubildende eine spezielle Ausbildung in zwei Wahlqualifikationen.
Die Ausbildungsdauer beträgt in der Regel 3 Jahre. Unterricht lt. vorläufig gültigem Lehrplan an der BS 4 findet statt

  • in den 10. Jahrgangsstufen an 2 Tagen (15 U.-Std) pro Woche
  • in den 11. und 12. Klasse (9. U.-Std.) an einem Unterrichtstag

Die Abschlussprüfung erfolgt als “gestreckte Abschlussprüfung” in zwei Teilen. Eine Zwischenprüfung findet nicht statt.

Der erste Teil der Prüfung erfolgt zur Mitte der Ausbildung und umfasst die ersten fünfzehn Monate, insbesondere den Bereich Informationsverarbeitung.
Im zweiten Teil der Abschlussprüfung werden die Fächer „Kundenbeziehungsprozesse“ und „Wirtschafts- und Sozialkunde“ schriftlich geprüft. Bei der praktischen Prüfung in einer der beiden Wahlqualifikationen kann der Auszubildende auf Wunsch zu einem selbst erarbeiteten Report geprüft werden oder ein klassisches Prüfungsgespräch mit praxisbezogenen Fachaufgaben wählen.

Informationen auf der Internetpräsenz der zuständigen Kammer (IHK/HWK)
bzw. des Bildungsinstitutes für Berufsbildung

Wahlmöglichkeit bei der mündlichen Prüfung („Fachaufgabe in der Wahlqualifikation“)

Für die mündliche Prüfung wählt der Ausbildungsbetrieb in Abstimmung mit dem Auszubildenden zwei Wahlqualifikationen (WQ) aus, die typischen Tätigkeitsfelder des eigenen UN entsprechen und bei denen der Azubi mindestens fünf Monate lang eingesetzt wird. Die Inhalte der WQ decken sich zum Teil mit den schulischen Themen, werden aber grundsätzlich im Betrieb vermittelt. Der Prüfling kann bei der Vorbereitung zudem Prüfungsbücher der gängigen Verlage heranziehen. Die Auszubildenden haben die Möglichkeit, zwischen einer klassischen Prüfung und einer Reportvariante zu wählen. Das Prüfungsgespräch („fallbezogenes Fachgespräch“) dauert bei beiden Varianten 20 Minuten.

Die klassische Variante

Bei der klassischen Prüfungsvariante kann der Azubi zwischen zwei Situationsaufgaben aus einer der beiden WQ wählen, die der Prüfungsausschuss ihm vorlegt. Die gewählte Aufgabe kann er 20 Minuten lang vorbereiten und dazu Notizen in Stichpunkten erstellen. Anschließend wird in einem Fachgespräch geprüft, ob der Azubi die Aufgabenstellung richtig erfasst hat und seine berufliche Handlungsfähigkeit in der speziellen Situation nachweisen kann. Dazu gehören Fachwissen, Planungskompetenz und das Beachten von Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel gesetzlichen Vorgaben oder organisatorischen Einschränkungen.

Die mündlichen Fragen beschränken sich auf die dargestellte berufliche Situation und damit möglicherweise verknüpfte Themenbereiche; bei einer Beschaffungssituation also beispielsweise Grundwissen zum Kaufvertrag oder zum Datenschutz bei einer Personalentscheidung. Die Bewertung berücksichtigt die Aspekte Planung und beschriebene Durchführung der Aufgabe, die Einbeziehung von Rahmenbedingungen und die Bewertung des eigenen Vorgehens.

Der Report in der Wahlqualifikation

Bei der Reportvariante erstellt der oder die Auszubildende zwei 3-seitige Reporte über von ihm oder ihr eigenverantwortlich im eigenen Unternehmen durchgeführte Projekte (ein Report pro Wahlqualifikation). Beim Prüfungsgespräch muss der Prüfling ebenfalls seine berufliche Handlungsfähigkeit unter Beweis stellen:

  • Hat der oder die Auszubildende erkannt, welche Arbeitsschritte in dem Projekt wann, wie und von wem durchgeführt werden müssen?
  • Konnte der Azubi zeigen, dass er oder sie adäquat auf auftretende Störungen und Abweichungen reagieren konnte?
  • War der Prüfling in der Lage, den eingeschlagenen Weg kritisch zu hinterfragen und Erkenntnisse aus möglichen Fehlern zu gewinnen?

All dies ist nur möglich, wenn der Azubi große Teile eines neuartigen Projektes eigenverantwortlich bearbeiten konnte. Vor der Entscheidung für die Reportvariante ist also zu prüfen, ob das gewählte Thema komplex genug ist, um verschiedene Lösungswege und Entscheidungen zu ermöglichen und der Auszubildende dadurch seine berufliche Handlungsfähigkeit zeigen kann.

Routinearbeiten, bei denen vorgegebene Bearbeitungsschritte erledigt werden, sind nicht geeignet, zum Beispiel das Prüfen der Offenen-Posten-Liste, Planen einer Reise nach vorgegebenen Anweisungen, übliche Abwicklung von Kundenaufträgen, mehrmaliges Durchführen einer Umfrage.

Mögliche Fragen im Prüfungsgespräch könnten sein:

  • Welche Informationen haben Sie wo eingeholt?
  • Welche Vorgaben oder weitere Personen (Vorgesetzte/Mitarbeiter/Kunden) mussten Sie beachten?
  • Welche Lösungsmöglichkeiten haben Sie gefunden?
  • Warum haben Sie sich für diesen Lösungsweg entschieden?
  • An welchen Stellen mussten Sie umplanen?
  • Wie hat sich der Zeitplan verändert?
  • Welche Verbesserungen ergaben sich durch Ihre Arbeit und für wen?
  • Gab es eine offizielle Bewertung/Analyse des Projekts? In welcher Form?
  • Wie haben Sie sichergestellt, dass Ihre Einsichten für zukünftige Projekte verfügbar sind?

Dr. Angelika Rodler

Fachgruppenbetreuerin
Kaufleute für Büromanagement

 

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