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28.11.2018 - Welt-Aids-Tag mal anders

 

Zum diesjährigen Welt-Aids-Tag bekamen ca. 90 Auszubildende unserer Schule aus den Bereichen Automobil, Büromanagement sowie Groß- und Außenhandel eine besondere Darbietung – eine exklusive Filmvorführung mit anschließender Diskussions- und Fragerunde rund um das Thema HIV und Aids.

Am 27.11.2018 besuchten uns Maria Gresch (Psychologin) und ihr Kollege Rudolf Sommersperger, Mitarbeiter des AWO-Zentrums für Aidsarbeit Schwaben. Etwa 2,5 Stunden standen sie mit ihrer Expertise den Schülerinnen und Schülern rund um das Thema HIV und Aids zur Verfügung.
Zunächst starteten wir mit einem Dokumentarfilm über eine HIV-positive Frau, die seit ihrer Geburt mit dem Virus infiziert ist. Niemand außerhalb der Familie darf von der Krankheit erfahren. Zu groß ist die Angst vor den Vorurteilen, die noch immer in unserer Gesellschaft existieren und der damit verbundenen sozialen Ausgrenzung. Durch den Film wurde deutlich, dass weniger die Infektion mit dem Virus ein Problem für Betroffene darstellt, sondern vielmehr der Umgang mit der Krankheit durch unsere Gesellschaft. Denn das Thema ist bis heute sehr angstbehaftet.
In der anschließenden Diskussions- und Fragerunde erfuhren wir nicht nur, dass HIV ursprünglich vom Affen abstammt oder HIV und Aids nicht dasselbe ist, sondern auch, dass es heutzutage hochwirksame Medikamente zur Behandlung von HIV und Aids gibt. Bei einer regelmäßigen Einnahme dieser Medikamente lässt sich das Virus nicht mehr im Blut nachweisen und ermöglicht dadurch ein „normales“ Leben z.B. in Partnerschaft oder im Hinblick auf Familienplanung und Kinderwunsch. Diese Erkenntnis war uns allen doch neu, dass Betroffene durch die Medikamenteneinnahme auf normalem Wege Kinder zeugen und zur Welt bringen können, ohne dabei ihren Partner oder das Neugeborene anzustecken. Die Experten machten uns dennoch deutlich, dass Neuansteckungen damit nicht passé seien. Im Gegenteil. Viele HIV-Erkrankte wissen zunächst gar nichts von ihrer Infektion und können somit auch andere damit anstecken. Aus diesem Grund, sollte man sich auch stets davor schützen. Und falls man doch unsicher sein sollte, sich mit dem Virus infiziert zu haben, besteht mittlerweile die Möglichkeit im Drogeriehandel oder in der Apotheke einen HIV-Test für zu Hause zukaufen, um anonym und verlässlich ein Ergebnis zu erhalten.
Abschließend ist allen Beteiligten mit diesem Filmprojekt bewusst geworden, wie wichtig die Aufklärung zum Thema HIV und Aids auch im 21. Jahrhundert noch ist, um präventiv gegen Neuansteckungen vorzugehen, aber auch Vorurteile durch die Gesellschaft zu minimieren und Diskriminierung von Betroffenen abzubauen. Auf diesem Wege sagen wir nochmal „Danke“ für diese lehrreiche Filmvorführung!

Projektbegleitung: Annika Schinzel