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20.12.2017 - SMV-Vertreter Umut Aydin im Gespräch mit dem geschäftsführenden Bundesminister Dr. Gerd Müller

„Die Welt ist ein globales Dorf. Güter, Dienstleistungen, Kapital und Personen sind weltweit im Austausch. 65 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht, 90 Prozent davon finden derzeit Aufnahme in  Entwicklungsländern. Bevölkerungsentwicklung, Kriege, Hunger, Klimaveränderungen haben Auswirkungen auf uns alle. Möglicherweise werden sich bald nicht nur Tausende, sondern Millionen Menschen in Richtung Europa aufmachen. Die Menschen dort werden es auf die Dauer nicht hinnehmen, dass ihre Ressourcen die Grundlage unseres Wohlstands bilden, ohne dass sie einen gerechten Anteil davon erhalten.“, so  der geschäftsführende Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller beim Augsburger Kolping-Gedenktag, an dem auch SMV-Vertreter Umut Aydin (VF 11A, Versicherungskammer Bayern) und Frau Schneider vom SOR-Team teilnahmen.

Globalisierung, Digitalisierung und die Zunahme der Weltbevölkerung stellte der Bundesminister als drei Megatrends unserer Zeit dar. Eine gerechte Gestaltung der Globalisierung mit fairem Handel, menschenwürdigen Arbeitsplätzen und gerechter Entlohnung ist für ihn eine unerlässliche Weichenstellung und „alternativlos“. „Von 15 Cent pro Stunde, zwölf Stunden täglich und 6-7 Tage wöchentlich, kann eine Textilarbeiterin auch in Bangladesch nicht leben“, so der Politiker. Er arbeitet derzeit an einem verlässlichen Label für fair produzierte und gehandelte Kleidung. Er ist überzeugt, dass Regionen wie Afrika sich selbst ernähren können – mit einem Transfer von Wissen und Technologie, wie es inzwischen in den neu entwickelten 13 afrikanischen Innovationszentren mit nachhaltigen Produktionsmethoden oder einem marokkanischen Solarkraftwerk erfolgt. „Zur Ernährung der Weltbevölkerung braucht es Energie und ohne Energie gibt es keine Entwicklung. Der Schlüssel aber ist die Bildung“, so Müller.

Beim anschließenden Interview mit Umut Aydin lobte der geschäftsführende Bundesminister ausdrücklich das Engagement der Welserschule für die Hosfa (Hope-sharing-family) Berufsschule in Uganda: „Wir brauchen Initiativen wie Hosfa, die großartige Arbeit vor Ort leisten und Bildung und Berufsausbildung gleichermaßen fördern“.

Die Spendengelder der letztjährigen Weihnachtsaktion ermöglichen durch die Anschaffung von Brotbackmaschinen die Brotproduktion an der Berufsschule, den Ausbau der Bäckerberufe und den Brotverkauf, was wieder zu Einnahmen für den Schulausbau führen kann. „Danke für alle Spenden und Unterstützung!“

Maria Schneider