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22.07.2019 - Projekt Wirtschaftsethik – Ethisches Investment

Kulturverträglichkeit, Sozialverträglichkeit und Naturverträglichkeit…? Diese im täglichen Sprachgebrauch eher weniger vertrauten Begrifflichkeiten beherrschten die Schülergespräche aus dem Banken- und Versicherungsbereich am Vormittag des 8. Juli im Filmsaal der Welserschule, ebenso wie anschließend in den umliegenden DV- und Gruppenräumen.

Aufgerufen waren die Schüler der Klassen BAK11A und VF10A mit ihren Klassenleitern Johannes Mayr und Boris Hauschild, sich mit Ethischen Investments zu befassen und im Plenum sowie in Kleingruppen die Frage zu klären: Wie können wir Geldanlagen sowohl ökonomisch als auch ethisch beurteilen?

Boris Hauschild wies als Referent zunächst auf die Relevanz der Ethik für ein nachhaltig ausgerichtetes Wirtschaftssystem hin. Nur wenn wirtschaftliches Handeln nachhaltig und damit letztlich lebensdienlich erfolgt, kann von einem langfristigen Fortbestand unsers Wirtschaftssystems ausgegangen werden. Wenn es wahr ist, dass „Geld die Welt regiert“ ist anzunehmen, dass auch jede Investmententscheidung tatsächlich im kleinen Maßstab wirtschaftlich und gesellschaftlich die Weichen stellen kann.

Im Rahmen einer Fallstudie (Erbschaftssituation) waren die angehenden Finanzdienstleister aufgefordert, sich in die Rolle der Erbengemeinschaft zu versetzen und zunächst relevante ökonomische, ethische und nachhaltige Kriterien für ein Investment zu finden und diese individuell zu gewichten. Anschließend wurden exemplarisch einige ausgewählte Kapitalanlagen (i.d.R. als „nachhaltig“ deklarierte Investmentfonds) untersucht und mit Hilfe der vorbereiteten Kriterien bewertet. In dem Zuge wurde den Schülern das betriebswirtschaftliche Instrument der Nutzwertanalyse nähergebracht. Zum Abschluss erfolgte die Präsentation der Ergebnisse im Plenum, begleitet von einer lebhaften Diskussion über Sinn und Unsinn nachhaltigen Handelns. Auffällig war, dass nicht alle als nachhaltig deklarierten Investmentfonds der geschürten Erwartungshaltung standhalten konnten, die überwiegende Anzahl hingegen schon. Erfreulich und bemerkenswert zugleich war wiederum die Rückmeldung einiger Schüler, dass sie bereits privat auf nachhaltige Kapitalanlagen als Altersvorsorge setzen.

Als Fazit eines lebendigen und fruchtbaren Arbeitsprozesses bleibt aus Sicht aller Teilnehmer: Ein Anfang für ein nachhaltiges wirtschaftliches Handeln durch bewusste Investitionsentscheidungen ist längst gemacht, es lohnt sich jedoch genau hinzuschauen, in welchem Maße die Anbieter ihr nachhaltiges Versprechen einlösen können.

Boris Hauschild