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14.07.2019 - „Mobil mit Köpfchen“ an der Berufsschule IV

Motorlautstärke, Abgasmenge, Abnutzung und Verschleiß – wer den Führerschein neu gemacht hat, achtet darauf beim Autofahren sicher nicht in erster Linie. Denn in dieser Lebenssituation zählt zunächst einmal die Freiheit. Zur Arbeit oder in die Berufsschule fahren oder abends mit Freunden treffen: Das Auto eröffnet alle Möglichkeiten, unabhängig von Entfernung und Fahrplänen.

Aber: Der persönliche Fahrstil hat eine große Wirkung auf die Umgebung. Ein übermütiger Kavalierstart, wie er gerade jetzt im Sommer zum Leidwesen von Anwohnern gerne gezeigt wird, macht so viel Lärm wie über 500 normal anfahrende Autos. Feinstaub aus dem Auspuff sowie von Reifen- und Bremsabrieb sorgen nicht nur für höhere Kosten beim Kundendienst, sondern schädigen auch die Gesundheit der Menschen in der Umgebung und der CO2-Ausstoß ist schlecht für das Klima.

Der ADAC bietet daher Jugendlichen, die gerade den Führerschein gemacht haben, die Gelegenheit, das eigene Fahrverhalten zu hinterfragen: Welchen Einfluss hat mein Fahrstil auf meine Umgebung? Ziel der zweistündigen Veranstaltung ist es zu zeigen, wie man als Autofahrer Rücksicht auf Mitmenschen nimmt, Geld spart und beim Fahren die Umgebung wahrnimmt – kurz gesagt: mobil sein mit Köpfchen.

Herr Theobald, der Referent des ADAC, spricht mit den Jugendlichen zuerst in einer Theoriestunde im Klassenraum die Themen an, um sie im Anschluss direkt vor Augen (und Ohren) zu führen. Dabei verwandelt Herr Theobald den Schulhof der Berufsschule IV, zum Leidwesen anderer Klassen, in ein Motodrom mit Discocharakter.

Die Abgasmessung nehmen die Auszubildenden mittels Ballon vor, der direkt über den Auspuff des ADAC-Fahrzeugs gestülpt wird. Das Fahrgeräusch bei 30 km/h wird gemessen, im ersten Gang und zum Vergleich im dritten Gang. Sehr erhellend ist auch der „Hörtest“, bei dem die Fahrzeuginsassen versuchen sollen, die Ansagen des Referenten bei lauter Musik zu verstehen. Bei 75 Dezibel Innenlautstärke war Schluss. Da half es auch nichts, dem Beifahrer mittels Megaphon 50 EUR im Handschuhfach anzubieten. Das Martinshorn eines Rettungswagens hätte der Fahrer in dieser Situation also gar nicht erst wahrgenommen.

Insgesamt über 100 Auszubildende aus fünf Klassen konnten mit ihren Lehrkräften an der Veranstaltung über den Schultag verteilt teilnehmen. Frau Greiner und Herr Mayr, die Organisatoren an der Berufsschule IV, hoffen, dass bei einigen der Teilnehmer/innen ein Bewusstsein für ein umweltgerechtes Fahrverhalten gelegt wurde.

Johannes Mayr