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05.09.2018 - Luisa-Marie Dolzer und Alina Weber (BM 12A) berichten über den  Uganda-Volunteer Thomas Schulte und seine Projektzeit

Seit 2014 unterstützt unsere Berufsschule den Aufbau der dortigen Berufsschule (Hosfa)

Ein Jahr in Uganda

Ein Jahr in einem fremden Land, genau das hat sich Thomas vorgenommen. Er hat sein Leben in Deutschland für ein Jahr mit dem in Uganda – genauer Mityana – getauscht. Nicht, um dort Urlaub zu machen, sondern um als Entwicklungshelfer vor Ort ein soziales Projekt zu unterstützen. Das soziale Projekt wird von HOSFA geleitet. HOSFA bedeutet „Home Sharing Family“ und ist eine soziale und schulische Einrichtung für notleidende oder elternlose Kinder und Jugendliche.

Die Karmelschwestern aus Welden,  sind seit dem Jahr 1967 in der Diözese Mityana tätig. Pfarrer Dr. Henry, ein Priester aus Uganda, leitet das Projekt. Er gründet eine zunächst eine Schule, nachdem er mehr als 10 Jahre in Deutschland Technologie studierte und in verschiedenen Pfarreien gearbeitet hat. Gemäß dem Leitspruchs von Hosfa „We share hope“ ist es das Ziel, Familien in aussichtslosen Situationen durch konkrete Hilfe neue Hoffnung zu schenken. Ebenfalls sollen nachhaltige Rahmenbedingungen geschafft werden, um die Entwicklung der Organisation zu gewährleisten. Besonders bedeutsam ist die Förderung der Schul- und Berufsbildung  nach unserem deutschen dualen  Ausbildungssystem.

So können Jugendliche nicht nur Schulbildung nachholen, sondern gleichzeitig Geld und Lebensunterhalt verdienen.

Inzwischen gibt verschiedene Bereiche, in denen HOSFA die Menschen vor Ort unterstützt:

  • Das Social Services Department: Hier ist der Grundgedanke von Hosfa, eine Anlaufstelle für Menschen in Not zu schaffen .
  • Das Francis Community Health Centre: Da die medizinische Versorgung im Land sehr schlecht ist, wurde nach und nach ein medizinisches Zentrum aufgebaut. Arme Familien oder Waisenkinder könnten sich eine medizinische Versorgung sonst nicht leisten.
  • Thereza Vocational Training Centre: Um den Kindern eine Chance im späteren Leben zu geben, werden neben der grundlegenden Schulbildung folgende Berufe ausgebildet: Maurer, Automechaniker, Schneider, Catering, Hauswirtschaft, Frisör, Schreiner und Schlosser, IT und Landwirtschaft.
  • Thereza Secondary School: Diese wurde 2005 gegründet und ist eine weiterführende Schule. Hier haben auch benachteiligte Jugendliche nach der Grundschule die Möglichkeit, einen höheren Schulabschluss zu erreichen.

Thomas möchte mit seinem Einsatz benachteiligten Menschen helfen, globale Verantwortung übernehmen und den Menschen etwas zurückgeben. Deshalb bewarb er sich für den Weltfreiwilligendienst (WFD). Der Bewerbungsvorgang verläuft wie ein normaler Bewerbungsablauf in der Arbeitswelt. Entspricht man den gewünschten Vorgaben und bringt hierzu noch die entsprechenden Qualifikationen und Anforderungen mit, hat man gute Chancen auf eine Zusage. Für den Freiwilligendienst muss man zwischen 18 und 25 Jahre alt sein und einen Schulabschluss haben. Eigenschaften wie Offenheit, Anpassungsfähigkeit etc. sollte man ebenfalls besitzen. Während des Auslandsjahres ist man nicht alleine vor Ort, man reist immer zu zweit. Außerdem wird man durch verschiedene Seminare und Kurse vorbereitet und begleitet.

Während des Bewerbungsprozesses hat sich Thomas die Einsatzstelle COSNA/HOSFA gewünscht, in die er dann auch kam. Die genaue Einsatzstelle ist die COSNA- Grundschule in Mityana, welche von Pfarrer Henry 2004 gegründet worden ist. Die Schule befindet sich ca. 80 Kilometer westlich von der Hauptstadt Kampala und gehört zu den besten im Landkreis Mityana. Die größte Herausforderung bleibt das schulische Niveau. Die Qualität der staatlichen Schulbildung ist leider sehr schlecht, da die Klassengröße bei teilweise 100 Schüler liegt, Eltern häufig die Schulkosten nicht bezahlen können oder Kinder – trotz Schulpflicht – für den Unterhalt der Familie mitarbeiten müssen.

In den COSNA/HOSFA-Schulen  werden derzeit mehr als 700 Schüler und Schülerinnen in überschaubaren Klassengrößen unterrichtet. Das Schuldgeld wird hier teilweise durch den Ertrag aus der Arbeit der Berufsschule oder durch Spenden finanziert. Viele Eltern können nämlich die finanziellen Mittel  nicht aufbringen.

Der Lebensstil in Uganda war für Thomas kein Problem. „Man gewöhnt sich tatsächlich an die anderen Lebensbedingungen. Wenn man davon absieht, dass man beim Essen bzw. Kochen nur eine kleine Auswahl hat und der Strom gelegentlich ausfällt, ist es wie Zuhause.“, schrieb er. Auch Feiertage wie Ostern oder Weihnachten werden dort gefeiert – nur etwas anders: statt Osterkörbchen gibt es ein besseres Essen mit Fleisch. Das ist dort nicht so üblich. Geschenke für mehr als 700 Kinder sind nicht machbar, stattdessen gibt es lustige Spiele oder Ausflüge.

Für die Finanzierung des Projektes wurden erhebliche Anstrengungen unternommen.

Den Ausbau der Einrichtung schaffen die Berufsschüler z. T. selbst, indem sie das Gelernte berufspraktisch anwenden: Maurer erbauen mit Azubis Gebäude, Schreiner und Schlosser produzieren die Einrichtung selbst, während die Auszubildenden der Landwirtschaftsabteilung für Anbau und Ernte von Früchten und Köche für die Speisen sorgen. „Hilfe zur Selbsthilfe eben!“

Für Material und weitere Anschaffungen ist die Einrichtung auf Spenden angewiesen.

Durch großherzige Unterstützung gelang es, eine große landwirtschaftliche Fläche zu erwerben, damit mehr Nahrungsmittel angebaut und produziert werden können, denn nur ein nachhaltiges Projekt ist ein gutes Projekt.

Thomas würde das Projekt jederzeit wieder in Angriff nehmen, denn er weiß genau, dass jeder einzelne Freiwilligen vor Ort zählt.

Habt ihr auch Lust auf einen Weltfreiwilligendienst bekommen?

Dann bewerbt euch und macht euch auf ein spannendes Jahr und neue Eindrücke gefasst:

https://bistum-augsburg.de/Weltkirche/Weltfreiwilligendienst/Weltfreiwilligendienst

Wer gerne aus Deutschland etwas bewegen möchte, kann mit einem Beitrag von 25,00€ Mitglied bei Hosfa werden. Auch allgemeine Spenden oder eine Patenschaft ist möglich. Wie man die Menschen vor Ort unterstützt, kann jeder für sich entscheiden. Selbst die kleinen Spenden können Großes bewirken.

 

Luisa-Marie Dolzer und Alina Weber (BM 12A)