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23.07.2019 - Interkulturelle und interreligiöse Verständigung – im Dialog mit dem Islam

Im Rahmen des Jahresprojektes „Vielfalt erkunden – interkulturelle und interreligiöse Verständigung“ beschäftigte sich die Klasse DM 10B auch mit dem Islam und besuchte eine Augsburger Moschee.

Begleitet wurde unser Schulteam von Herrn Prell, Frau Exner-Krikorian und Frau Güzel von der Eugen-Biser-Stiftung in München sowie Frau Professor Naurath von der Universität Augsburg.

In der Moschee betreute uns Deniz Gören, ein ehrenamtlicher Muslim, hauptberuflich in der Filmbranche tätig. Er erläuterte Aufbau, Ausstattung, Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Gebetsraumes – im Vergleich zu Synagoge und Kirche – in Verbindung mit den Fünf Säulen des Islam. Aus seinem tiefen Glauben heraus, den er auch konsequent lebt, stand er unseren Fragen und Ansichten Rede und Antwort.

Kritisch angefragt wurde von der Gruppe die Auslegungsweise der islamischen Pflichten im heutigen westlichen Alltag: Dürfen Gebetszeiten nachgeholt oder organisch in den Tagesablauf integriert werden oder ist nur eine pünktliche Erfüllung gottgemäß? Wie ist das Fasten im Monat Ramadan gedacht?  Auch die Rolle der Frau im Islam wurde kontrovers thematisiert.

Insgesamt wurden folgende Inhalte angesprochen:

  • Muslimisches Leben in Augsburg
  • Glaubenspraxis und religiöse Grundlagen
  • Moscheen als Orte sozialer und spiritueller Begegnung
  • Besonderheiten und Gemeinsamkeiten zwischen Judentum, Christentum und Islam

Neu war für die Schüler/innen, dass eine Moschee nicht nur ein Gebetsraum, sondern ein ganzes Gemeinde-, wenn nicht Kulturzentrum sein kann. Überrascht waren sie auch von der enormen Bedeutung des Glaubens für das Leben: „Dass Glaube für einen modernen Menschen so wichtig sein kann, hätten wir nicht gedacht!“

Aber auch unser wissenschaftliches Begleitteam zeigte sich sehr beeindruckt von der kommunikativen Kompetenz der Klasse: „Das ist ja wirklich enorm, wie einfühlsam und trotzdem aufrichtig und kritisch die Klasse auch schwierige und sensible Themen in so heiklen Zusammenhängen ansprechen kann“, meinte Frau Professor Naurath.

Maria Schneider, André Valente


Als Zeichen der Reinheit ziehen die Besucher am Eingang der Moschee die Schuhe aus.

Fotos: Sabine Exner-Krikorian