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26.07.2017 - 60 Jahre Römische Verträge – 60 Jahre Europa

Die Unterzeichnung der Römischen Verträge jährte sich heuer zum 60. Mal. Aus diesem Anlass hatte das Europabüro der Stadt Augsburg Schülerinnen und Schüler ins Europa-Kino eingeladen. Am Mittwoch, 12. Juli 2017, besuchte also die Klasse IND11C mit ihrem Klassenleiter Herrn Steurer die spannende Präsentation im Augsburger Rathaus.
In einer live kommentierten multimedialen Zeitreise auf Großleinwand zeigte der renommierte Politologe Ingo Espenschied die Entstehungsgeschichte Europas und seine wechselhafte Entwicklung der letzten sechs Jahrzehnte.
Von Karl dem Großen über den deutsch-französischen Krieg, die Industrialisierung mit ihren damaligen Schlüsselindustrien Kohle und Stahl, die beiden Weltkriege und die Gründung der verschiedenen europäischen Gemeinschaften nahm der Vortragsprofi die Schüler mit bis zu den aktuellen Krisen der EU. Dabei plädierte er leidenschaftlich für Europa.

Anschließend konnten die Schüler Fragen stellen.

„Wie lange geben Sie der EU noch?“

„Sehr lange“, lautete prompt die Antwort des Referenten. Der Brexit und die Wahl Donald Trumps würden die Mitgliedsstaaten der EU antreiben, ihre Probleme gemeinsam zu lösen. Der europäische Zusammenhalt werde wieder als wichtiger wahrgenommen. So rücke u. a. eine gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik in den Vordergrund, weil man sich nicht mehr ausschließlich auf die USA verlassen könne.

„Geht Europa überhaupt ohne Großbritannien?“

„Ja, auf jeden Fall!“ Ohne das Vereinigte Königreich, das dazu neige, seine weltpolitische Bedeutung zu überschätzen, werde die EU weiter funktionieren, ohne Deutschland oder Frankreich aber als Motor des Staatenverbundes nicht. Im neuen französischen Präsidenten Emmanuel Macron sehe er einen großen Hoffnungsträger.

Zum Abschluss wies Markus Hodapp vom Europabüro darauf hin, dass 60 – 80 % der in Brüssel getroffenen Entscheidungen unmittelbaren Einfluss auf uns hätten. Europa sei alternativlos, es lohne sich, dafür zu kämpfen. Er beobachte aktuell neuen Schwung und appellierte an die Schüler, die Euphorie mitzunehmen und bei den anstehenden Wahlen für Europa zu stimmen.

Christian Steurer